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2009

Premiere | 14.November | 21 Uhr | Ballhaus Ost
WUNDERBLOCK | Brasch/Schernikau/Turnbull




„... heutzutage darf man niemandem den Kopf streicheln – die Hand wird einem sonst abgebissen. Schlagen muss man auf die Köpfe, unbarmherzig schlagen – obwohl wir im Ideal gegen jede Vergewaltigung der Menschen sind. Hm, Hm, – unser Amt ist höllisch schwer."
Ronald M. Schernikau | Was macht ein revolutionärer Künstler ohne Revolution? | 1990


Alle ziehen um: Der Schriftsteller Thomas Brasch und die Krankenschwester Binz mit dem Knaben Ronald M. Schernikau von der DDR in die BRD, der Schriftsteller Ronald M. Schernikau von der BRD in die DDR, der letzte Ik mit Namen Jo vom Sudan in das neue Deutschland. Schernikau erhält als letzter BRD-Bürger die DDR-Staatsbürgerschaft. Brasch verzichtet ganz auf eine deutsche Staatsbürgerschaft. Jo hat gar keine Staatsbürgerschaft. Alle sind tot. Brasch versagt das Herz und Schernikau stirbt an den Folgen von AIDS. Frau Binz fällt die Treppe runter und von Jo weiß man nur, dass er tot ist.
Als Tote sind sie verdammt, in einer Krypta zu hocken; der letzte Kommunist, der englische Jude, der Neger, die Krankenschwester – gemeinsam von einem 120jährigen pseudokatholischen Polen beobachtet und bewacht. Während Schernikau sich die po-langen Haare mit Hingabe bürstet und Frau Binz Junge komm bald wieder pfeift, schreit Brasch gegen den zugemauerten Eingang, um eine kleine Fuge, einen winzigen Spalt, frei zu sprengen: Du musst gegen dich selbst schreiben! Schreiben ist Reinigung! Sich offen halten! Sich den Stachel ins eigene Fleisch setzen! Versuchen zu leben, anstatt abgestorben dahin zu vegetieren!

von und mit
Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Olf Kneisel, Wiebke Hensle, Katharina Meves, Lena Mody, Ursula Renneke, Marketa Richterova, Volker M. Schmidt, Pawel Schwejka, S. R. N'Sondé, Hendrik Unger

Premiere am 14. November 2009 | 21 Uhr | Ballhaus Ost
  

Kartenreservierung 030 - 47 99 74 74
Ballhaus Ost
 
 
Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Link: Freuds Notizen über den Wunderblock





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