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1996

Sophiensaele | Berlin
Durchgehend geöffnet




Mit und von
Armin Dallapiccola und Dirk Cieslak

Produktionsleitung - Frederique Desfossez
Künstlerische Mitarbeit - Sygun Schenck
Text - Dirk Cieslak


„Welcher Trieb kann uns noch retten wenn es der Sex nicht tut?“
Jenny Holzer - Überleben 1983-85

- Für Jan Mang-

Die Idee zu dem Projekt Durchgehend geöffnet/ All You need ist Jan Mang geschuldet. Jan gehörte zu der Hamburger Künstlergruppe HOMO LOLLI POP, mit der wir in unserer Produktion RED, BLUE and YELLOW (6/93 Volksbühne am Rosa Luxemburgplatz) zusammengearbeitet haben. Jan ist im August 1994 an AIDS gestorben. Er hatte an einem Buch mit dem Titel „Talstraße 8“ gearbeitet. Über Jahre hat er für dieses Projekt Besucher schwuler Pornokinos interviewed. Jan konnte die Arbeit zu „Talstr. 8“ nicht mehr abschließen. Das Material zu „Talstr 8.“ hat Jan Mang uns hinterlassen.

Hundert Interviews mit schwulen Pornokinobesuchern: Warum bin ich hier, was suche ich hier? Ausgelotet wird der Nullpunkt des Sexuellen in einer Welt in der das Sexuelle allgegenwärtig ist:

„Wenn ich ein Pornokino betrete, fühle ich eine Mischung von Sehnsucht, Geilheit, aber auch Angst.“ Interview Nr. 8


„Also ich ... das Maß an Zärtlichkeit, das ich brauche, das krieg‘ ich also ... manchmal versehentlich ... im Sinne von unerwartet. Aber ich erwarte es dann nicht. Und was ich nicht erwarte und nicht suche, kann ich da auch nicht vermissen. Also ... mir kommt‘s wirklich schon ‘n bißchen drauf an, auf ... .“
6. Interview, Talstr. 8 ,Seite 86



Der wunderbar sinnlich und mit unheimlicher Präsenz agierende Armin Dallapiccola läßt während der ganzen Vorstellungszeit keinen Zweifel daran, daß er einer der besten Schauspieler ist, den das Berliner Theater, ganz zu schweigen vom freien Theater, derzeit zu bieten hat. ...
Cieslak fragt. Er inszeniert keine Antworten, aber Hoffnungen. Er diagnostiziert nicht, um zu falsifizieren, sondern um eine unsichere Spur zu legen, der folgend sich der Zuschauer assoziativ durch seine Gegenwart fragt.“ Theater der Zeit, 9/10-96

"Seine bedrückende Charakterstudie ist zurückhaltend und kommt ohne theatralische Effekte aus... Erkundungen in der Wirklichkeit, spannender als viele kunstvolle Verrenkungen der Staatstheater."
Berliner Zeitung, 03.07.1996

"Ein Labor der Sehnsüchte, Rechtfertigungen und der Einsamkeit, mit einem artifiziellen Ekelpaket als Experimentaläffchen, dem ein schweigender Pfleger im Digital-Zeittakt Essen, Trinken und Wachs auf die Brustwarzen verabreicht."
zitty 14/96



Koproduktion Gruppe LUBRICAT mit Sophiensäle, Berlin. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturbeirates Berlin - Mitte und dem Senator für Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sport, Bremen

Wir bedanken uns herzlich bei allen die „DURCHGEHEND GEÖFFNET“ ermöglicht und unterstützt haben.


Premiere 21.Juni.1996, sophiensæle, Berlin




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