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1995

Tacheles | Berlin
One World - No Name/Macbeth




Inszenierung - Dirk Cieslak

Mit und von
Niels Bormann
Armin Dallapiccola
Miriam Fiordeponti
Annette Hildebrand
Silvia Kesselheim

Dramaturgie - Susanne Schlicher
Choreographie - Sygun Schenck
Bühne/Kostüm - Petra Korink,


Der Vorhang öffnet sich: „Der Schauplatz liget voller Leichen/ Bilder/Cronen/Zepter/Schwerdter etc./ Über dem Schauplatz öffnet sich der Himmel/ unter dem Schauplatz die Helle. Die Ewigkeit kommet von dem Himmel/ und bleibet auf dem Schau-Platz stehen.“ (A. Gryphius)

Was, wenn Macbeth keine große Geschichte mehr ist, wenn Macbeth eine kleine wüste Geschichte ist, eine unter vielen anderen? Wenn Macbeth ein Konglomerat all dieser kleinen, wüsten Ge-schichten ist? Macbeth als Ma-terial, das man zum Wuchern bringen kann, um das Gefühl einer hermetischen Abriegelung von der Welt zu überwinden. Eine Welt, von der man alles weiß, aber mit/an der man keine Erfahrung mehr machen kann und an der man in der Regel auch nicht verrückt wird.

Die jüngste Produktion der Gruppe LUBRICAT „ONE WORLD - NO NAME/ Macbeth“ in der Regie von Dirk Cieslak repetiert all die wüsten kleinen Geschichten noch einmal: Der liebe Gott hat sich den Spaß gemacht, die Akteure aus der Hölle heraufsteigen oder vom Himmel herabsteigen zu lassen, um sie zu zwingen als Zombies ihre eigene Geschichte zu fleddern.

INNEN ist triste Leere und AUSSEN ist alles voll mit Bildern: In einer frei as-soziierenden Szenenmontage wird Macbeth erzählt - als die Ge-schichte eines Verfalls, die Anatomie eines Untergangs - als die Geschichte der Herstellung von Identität und des Umgangs mit Angst - als die Geschichte der Mechanik von INNEN (Brust/ Herz) und AUSSEN (Hand/Tun), der Auflösung von Grenzen - Angstgrenzen, Realitätsgrenzen, Bewußtseinsgrenzen, Geschlech-tergrenzen.



Alles was Sie immer schon über Shakespeare wissen wollten in 90 Minuten: Blut, Drama Obsessionen. ...Allen voran ein herausragender Armin Dallapiccola in der Hauptrolle. Bremens Antwort auf Gerad Derardiau und Harvey Keithel.
Taz-Bremen, 24.1.96

Wenn nach knapp 90 Minuten endlich Schluß ist, bleibt das Publikum ebenso zerrissen zurück wie Macbeth. Begeisterter Jubler und gelangweilte Nicht-Klatscher bilden zwei Fraktionen.
Berliner Morgenpost, 19.11.95

Bei Lubricat werden Zeiten und Stilmittel furios übereinander- geblendet, so daß man es fast postmodern nennen könnte - wenn eine solche Vokabel für dieses vitale, auch bösartig-ironische Underground-Theater nicht viel zu feierlich klingen würde.
Berliner Zeitung, 23.11.95

Ein wunderbares Experiment der Wahrnehmung.
Neues Deutschland, 23.11.95

„One-world - no name“ ist ein Seelenzaus-Reigen. Mal peinlich, mal trostlos, mal schön - wie das Leben nach Shekespeare eben so ist.
Taz-Berlin, 22.11.95

Einen mürrischen Macbeth zeigt uns die Gruppe Lubricat im „Tacheles“, einen vom bürgerlichen Wohlleben angeödeten - keinen macht-, sondern einen actionsgeilen, ego-zentrischen Raubbautz. Morden ist ihm eine Art Extremsport.
Die Welt, 22.11.95

Lubricat, die sprudelnde produktive Truppe um Armin Dallapiccola und den hier Regie führenden Dirk Cieslak, geht dabei jedoch weniger mit dem Schlachtermesser als mit dem Sezierbesteck zu Werke und formt aus dem Geschnitze eine bizarre, witzige und erschröckliche Endzeitcollage. Weser-Kurier, 23.1.96


Uraufführung. Koproduktion mit dem Kunsthaus Tacheles.
Gefördert durch die Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten, Berlin

Premiere 17.11.1995, Tacheles, Berlin




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