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2001

Sophiensaele | Berlin
Heimatspiele




Inszenierung - Dirk Cieslak

Mit und von
Stefanie Frauwallner - Tanja
Ursula Renneke - Gloria
Vanessa Stern - Rosa
Niels Bormann - Gottlieb
Martin Clausen - Mohamed
Godehard Giese - Pippo
Jörg Schiebe - Lars

Bühne - Kerstin Eichner
Licht/Technik - Jörg Bittner + Dirk Lutz
Kostüm - Katharina Montag +
Thorsten Osterberger
Akkrobatik - Michael Klich
Korrepitition - Andrea Hoffkamp

Dokumentation - Denis Engel
Fotos - Thomas Aurin
Produktionsassistenz - Barbeleis Hatz
Produktionsleitung - Amelie Deuflhard


„...Und das nervt mich. Hier bin ich jetzt gelandet. Und wir sind hier die Coolsten. Wir sind wild und jung. Ich finde wir sind so toll...also so toll, daß wir denen, bei denen es nicht so toll ist - also wo weniger oder nichts los ist - sagen können: Aber bei Euch ist es doch auch ganz toll. Und sie sagen: Du bist...“
Gloria in Heimatspiele


„Insgesamt bilden die Strukturen der modernen Zivilisationsarchitektur ein unentwirrbares Knäuel sich überwuchernder und durchkreuzender Linien und Sinnhaftigkeiten, so daß sich am Ende eine chaotische Strukturlosigkeit nicht nur aus dem Fehlen sinnhaft angelegter Grenzen ergibt, sondern aus deren massenhafter Verschränkung.“ Martin Hecht
Das Verschwinden der Heimat, Reclam 2000


Heimatspiele hatte den Arbeitstitel Badstraße.
Die Badstraße im Berliner Stadtteil Wedding ist Heimat und Ausland für Deutsche und Zugezogene. Hier, unterhalb des Gesundbrunnencenters bis über die Pankstraße entfaltet sich ein dicht gefügter multikultureller Kosmos: Ein riesiger, nur mit türkischen Waren angefüllter Supermarkt, wie man ihn in Istanbul findet. Lidl, ein Asia Imbiss, der arabische Juwelier, der deutsche Traditionskonditor mit seinem noch aus den 50´er Jahren stammenden Café und der Billigtaschen Ramschladen mit besserer Vergangenheit. Hier ist Berlin so deutsch, wie das Eastend Londons englisch und die Chinatowns dieser Welt amerikanisch oder französisch.
Die Badstraße ist eine Verdichtung und ein Vakuum: Migranten verschiedenster Nationalitäten in erster, zweiter oder dritter Generation, sind hier konzentriert. Ihnen fehlt der „heimatliche“ Kontext. Diese Leere entwickelt eine eigene Dynamik von Anpassung und Selbstbesinnung, die auch die ehemaligen „Einheim-ischen“ betrifft: Identitäten werden erschüttert und in Frage stellt.


Für Heimatspiele haben wir Gespräche mit Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten rund um die Bad-straße geführt. Diese Gespräche, die dabei gemachten Erfahrungen, die Atmosphäre dieser Gegend bildeten den Humus für die Arbeit zu diesem Theaterabend.


»Eine freie Theatergruppe, die seit Jahren einerseits ihren Stil durchhält, andererseits mit immer wieder neuen Projekten überrascht... fern jeder Richtung, Schule, Vorbilder. Das ist eine ihrer Stärken, gibt den Aufführungen der Gruppe eine besondere Eigenwilligkeit, ja Kühnheit.«
theater heute 06/2001

»Erstaunlich, wie genau Regisseur Dirk Cieslak ...den Tonfall gegenwärtiger Orientierungslosigkeit auf den Punkt bringt. Er schneidet Witz und Schrecken scharf aufeinander. Er lässt seine Figuren keine aufgedröselten Psychologien vorführen, sondern Haltungen erproben...ein neoexistenzialistisches Suchspiel. Gleichwohl eine Wortmeldung zur Nationalstolzdebatte. Eine anregende und sehr kluge.«
Potsdamer Tageszeitung 25.04.2001

»Der Trick der Inszenierung ist, daß sie freundlich mit ihren verlorenen Figuren umgeht... sondern entwickelt aus dem Leerlauf der aus allen Funktionskontexten Herausgefallenen eine eigene traurige Komik. Es geht der Aufführung nicht um eine pathetische Anklage wie in ...’Personenkreis 3.1’ an der Schaubühne... Kleine Fluchten, kurze Momente naiver Schönheit, in dem das Glück des Schlagers mit dem Schmelz des Volkslieds tiefempfundene Allianzen eingeht.«
Frankfurter Allgemeine 24.04.2001

»...Heimat... er verwischt die begrifflichen Nuancen, um sie in der naiven Frage nachklingen zu lassen: ‘Bin ich hier richtig. Dennoch ist seine Inszenierung hervorragend gelungen. Warum bloß? Wegen der Leistung der Darsteller, wegen der Poesie des Textes, wegen des Humors? Auch deswegen. Vor allem aber wegen Dirk Cieslaks Gabe des szenischen Andeutens und der Verweigerung kategorischer Antworten.«
Die Welt 24.04.2001


»Heimat ist weder dort, wo man herkommt, noch hier, wo man gelandet ist. Heimat ist ein Ort - ein Gefühl, in das man sich hineinsehnt. Präziser lässt sich das nicht adressieren.«
Berliner Zeitung 23.04.2001


»Doch die gespielt Heimatidylle ist nichts anderes als ein trivales Wohlbefinden, konstruiert aus täglichen Kleinigkeiten. Durchbrochen wird alles durch das dominantere Gefühl der Heimatlosigkeit. Es äußert sich durch Fremde und Ekel, teils durch Gewalt...«
Berliner Morgenpost 24.04.2001


»Ein Vakuum, in dem junge die jungen Protagonisten letztlich mit dem sie Heimatidylle nur verzweifelt entwerfen, statt beheimatet zu sein. Für dieses trivale Wohlbehagen findet findet Cieslak anspielungsreiche Bilder. ... Es sind Figuren trauriger Komik, die sich in das schützende Dickicht eines Paradies-Waldes träumen,...«
Westfälische Nachrichten 14.05.2001

Eine Produktion von Lubricat, den sophiensælen
und dem Pumpenhaus Münster

Mit Unterstützung der Hochschule der Künste/ Schauspiel,Berlin

20.04-05.05 sophiensle, Berlin


Link: Heimatspiele siehe engl. Text





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